Geocacher.ch  

Auf unserer Reise begegneten uns so allerhand Geocaches. Das Problem ging schon in SanFrancisco los. Wie konnten wir auch ahnen dass das beliebteste Versteck in Grossstädten die Zeitungskästen sind. Nein, nein, nicht drunter oder dahinter,- sondern drinnen.
Es gibt sehr viele Gratiszeitungen und in Amerika scheint es keinen Menschen zu stören wenn da noch ein Geocache drin hängt. Da die Kästen alle innen um die Ecke gehen, können Caches dort wunderbar versteckt werden. Eigentlich ein simples Versteck....wenn man drauf kommt wo man suchen muss! Wir hatten einige Notfounds bis wir anhand eines Hints auf die Idee kamen auch mal in die Kästen rein zu schauen. Von diesem Zeitpunkt an hat sich unsere Fundrate massiv erhöht ;)

Das absolut beliebteste Versteck für schnelle Drivein Caches sind die Abdeckungen der Strassenlampen. Meist sind diese Lampen eh auf Parkplätzen vor Einkaufszentren oder Foodläden und das Cachemobil kann gleich daneben parkiert werden. Die Abdeckung, auf dem Bild das runde Teil zwischen Betonsockel und Kandalaber, kann einfach hoch gehoben werden und darunter lassen sich (je nach Modell) sogar Smallbüchsen verstecken. Diese Cacheverstecke sind meist Viereckig, doch gibt es wie man sieht auch Runde. Bis wir den ersten Cache aus diesem 1*-Versteck befreien konnten mussten wir aber auch hier längere Zeit suchen.

Auf dem Bild ist der Cache übrigens ausnahmsweise nicht im üblichen Versteck, sondern hinter dem grauen Kästchen links.

Sobald es irgendwie Bäume hat mit erreichbaren Ästen wechselt auch das Lieblingsversteck...und die Versteckart...der Amis. Dann werden nämlich oft Mikros mit Camoklebband getarnt und in den Baum gehängt. Dieses Klebband ist so vermaledeit stark dass sich sogar die Aufhängung damit anbringen lässt. Einen so getarnten Cache sucht man dann als unerfahrener Cacher sehr sehr lange. So hatte ich am ersten Tag rund 30 Notfounds,- alles 1* oder 1,5* Verstecke. Mit meinem heutigen Wissen würde ich eben nach diesen Camobehältern suchen oder falls Leuchten in der Nähe sind in denen.


Aber auch danach als ich wusste dass es ein Camobüchsli sein muss,- suchen musste ich teilweise auch so noch lange.

Ein Cacher hat sich besonders viel Mühe gegeben mit seinen Cachetarnungen und war sehr phantasievoll. Bei nebenstehendem Beispiel handelt es sich um den grössten Cache welchen ich in den USA gefunden habe. Die Box ist mit irgend einem komischen Klebstoff beschichtet und das ganze dann mit Rinde überzogen.

Vom selben Cacher fand ich auch einen Cache welchen ich nicht fotografiert habe,- er hat mich gegraust ;)
Der Owner hat, ebenfalls mit dieser komisch braunen Pampe einen riesen Scheisshaufen geformt (vermutlich durch was gepresst. Jedenfalls sah dieser Scheisshaufen echt aus ....wenn auch etwas gar gross...und lag einfach so im Gebüsch....natürlich war in diesem Haufen das Logbuch integriert.

Beim der nächsten Box die ich vorstellen möchte suchte ich ganz schön lange ein grosses Gebüsch ab. Die Koordinaten hatte ich etwas daneben und den Cache konnte ich nicht finden. Da ich eh gleich neben dem Cache parkiert hatte und noch 4 Caches in der Umgebung lagen beschloss ich erst diese vier anzugehen. Als ich dann eine gute Stunde später zum Wagen zurück kam wollte ich diesen Cache nochmals suchen und schon entdeckte ich so komische Füsse im Gebüsch. Zaghaft stiess ich die blätter etwas zur Seite und erschrack. Da lag ein Gummihuhn, welches einem echten Huhn täuschend ähnlich sah, im Gebüsch. Gut dass Geocaching.com drauf stand :) Ich hatte den Cachebehälter gefunden :)
Im Bauch waren dann Logbuch und Tauschobjekte versteckt.
In SanFrancisco, wo ich zusammen mit Pfusi unterwegs war, führten uns die Koordinaten in einen Garten. Da der Cache "grüner Daumen" hiess mussten wir hier richtig sein. In der Schweiz würden wir niemals so ein Areal betreten, was den unserigen Schrebergärten nahe kommt. Wir waren kaum drinn, tauchte auch schon zügigen Schrittes eine Frau auf . Diese rief einer Katze und begann Stauden zu schneiden und würdigte uns keines Blickes. Sollten wir da wirklich suchen? Wir waren ja in Amerika und hatten an dem Tag schon festgestellt dass man sich hier als Cacher anders verhalten muss als in der Schweiz wenn man überhaupt Caches finden möchte (siehe dazu auch den Beitrag Cachen in den USA). Auf jeden Fall wagte ich dann den Griff zu der blauen Tonne am Boden doch irgenwann,- ganz zaghaft hinter dem Zitronenbusch versteckt griff ich nach der Büchse. Siehe da der Cache....und in dem Moment ruft die Frau gleich hinter uns auch schon "Geocacher"
Nebenstehende gut getarnte Box war auch mitten in einem Busch versteckt. Man beachte dass sogar der Draht getarnt ist. Das ist eigentlich bei allen in Büschen und Bäumen versteckten Caches der Fall. Sind diese Caches dann noch etwas mit Blättern verdeckt sucht man sich dumm und dämlich.
Nun ging es an eine Nanosuche. Dieser war ausnahmsweise auch mal als Nano deklariert und nicht als Micro wie so viele Andere Nanos.
Schwierigkeitsstufe 2*
Aber hallo, eine Menge Verstecke hat es da. Und was ist näher liegend als einen Nano an einem Metallgeländer anzubringen? Vor allem wenn jeder der Metallstäbe oben und unten geöffnet ist und man dort wunderbar einen Nano unterbringen könnte?

Wir haben lange gesucht, so lange dass sogar Dennis den Wagen verlassen hat und zu uns gestossen ist. Während ich das Gebüsch nach dem Nano durchsuchte (hätte ja auch ein falsch deklarierter Micro sein können) fand MDC den Cache. Sie war zuvor lange auf ihm rum geturnt wie man auf dem Bild ersehen kann. Schlussendlich lag der kleine Kerl einfach in der Holzrinde, exakt dort wo ihre Füsse sind.
Allerdings gab es auch die in der Schweiz so beliebten Steinhaufen, bei welchen man die Caches schon von Meilen entfernt sieht. Dieser Cache war für mich eher ein abschreckendes Beispiel wie ich Caches nicht toll versteckt finde. Man muss bedenken dass um diese Steine herum rund 300m nichts anderes war als dörres Gras und diese Steine die einzigen Weit und breit sind. Aber irgendwie fühlte ich mich hier gleich wieder etwas mehr zu Hause ;)
Nebenstehenden Cache kennen wir auch aus der Schweiz. Es handelt sich um den künstlichen Stein welchen man kaufen kann. Hier ist er farblich ziemlich gut in die Umgebung integriert. Leider sind alle anderen Steine viel kleiner als der Cachebehälter, so dass er etwas schnell auffällt.

In den paar Tagen fand ich noch einige dieser Steine, teilweise auch recht gut in die Umgebung integriert.
Ein anderer Cache auf dem Lande führte mich in eine wilde Landschaft. Ein Micro sollte hier gesucht werden,- oki in Amerika ist eh meist alles Micro egal wie viele Verstecke es für grosse Caches hätte. Die Koordinaten zeigten an einen riesigen Busch und dort suchte ich erst mal recht lange nach einem Camobehälter. Schlussendlich begann ich dann auch die nähere Umgebung abzuklappern, untersuchte den Knäuel aus Stacheldraht und fand den Cache schliesslich in einem Spalt in der alten Eisenbahnschwelle im Bildvordergrund....natürlich auch noch mit Camo getarnt dass man ihn auch wenn man sucht noch übersehen könnte.

An einem See suchte ich einen Cache unbekannter Grösse. Anstatt ein Böxli fand ich ziemlich bald einen Ball und als ich den dann in die Finger nahm stellte sich heraus dass dies das Logbuch ist. Eine Box gab es da nicht, nur den Ball auf welchem man einfach seinen Log schreiben musste und dann den Ball weider zurück an seinen Platz legen.

Auch diese Variante von Cache ist mir später wieder begegnet.

Häufig vorkommen sollen auch Handy's als Cachebehälter. Ausgediehnten Handys wird der Aku entfernt und anstelle diesem wird ein Logbuch ins Akufach gelegt.
Der Owner von nebenstehendem Cache hat es uns leicht gemacht. Das Handy war in einem Pfosten versenkt und dank der dicken Kette konnten wir es sofort bergen. Zudem hat er auch noch angeschrieben wo man es öffnen muss zum loggen.

Ganz beliebt sollen Reflektoren sein als Cacheversteck, so sagte uns Frank.
Bei diesem Cache waren wir kaum vorgefahren als Frank noch im Wagen sagte "Schau Dir den Reflektor an". Gesagt getan, und wirklich! Der Reflektor war manipuliert! Er wurde offensichtlich von der Tafel abmontiert und an seiner Stelle wurde ein Eisenplättchen angebracht. Der Reflektor selber wurde danach wieder auf einer magnetischen Büchse montiert und nun hängt einfach die ganze Büchse dort wo früher nur ein Reflektor war. Von den echten Reflektoren sind sie kaum zu unterscheiden,- bloss dass diese nicht ganz so stark vorstehen.

Auch dies soll eine häufigere Art sein Caches zu verstecken. Für mich blieb es der Einzige auf dieser Reise.

Bei diesem Cache führte mich das GPS Gerät wieder an einen Parkplatz. Ein Baum, ein Hydrant. Erster Blick nach Camobehälter im Baum, zweiter Blick nach Nano am Hydranten.

Und da komt mir in den Sinn was Frank gesagt hat: "Schau Dir jeden Reflektor in Cachenähe gut an".

Stimmt, was macht der Reflektor einfach so auf dem Absatz?
In einem Griff konnte der Reflektor vom Klettverschluss befreit werden und siehe da,- ein Logbuch tauchte auf :)

Ahnliche Caches fand ich dann später auch noch an anderen Orten. Allerdings wurden dort flache Metallabdeckplatten an einem Metallobjekt magnetisch befestigt. Bei einem Cache an einer Strassenlaterne fand ich einen amerikanischen Cacher welcher gerade gehen wollte weil er meinte der Cache sei nicht mehr da, doch er war zur Abwechslung mal nicht am selben Ort am Pfosten, sondern auf rund 2m Höhe.

Nun ging es an einen 4* Difficulty. Zuvor hatten wir schon einen ziemlich schwierigen 4* Cache gefunden. Aber bei diesem zeigten die Koordinaten auf eine Brücke. Unter uns ein Level mit Steinen und Löchern, über uns ein Level mit Gittern und bei uns ein Level mit Gittern. Und was suchten wir??? Grösse unbekannt....also suchen wir doch gleich nach einem Nano!

Wir suchen und suchen und suchen. Alle Levels, jede Ecke wird mehrmals abgesucht. Bis MDC dann den entscheidenden Griff tätigt!

Eine kleine Schraube (siehe Bild A) ist in einem der Schraubenlöcher rausnehmbar. Zwar steckt sie gut fest, aber MDC hat sie raus gekriegt.
In der Schraube selber (siehe Bild B) ist das Logbuch versteckt.

.....und da sagt man dass in Amerika alles einfache und schnelle Caches sind ;) Solche Caches liebe ich über alles :) und mit schnell und einfach hat das nicht das geringste zu tun :)

Zum Abschluss kommen wir noch zu meinem speziellen Liebling. Am letzten Tag suchten Pfusi und ich des langen und breiten diese Tafel ab und die umliegenden Bäume. Pfusi ist gerade zurück ins Auto gelaufen als ein Skateborder vorbei kam und fragte "Geocaching?" Als ich bejahte meinte er ich solle einfach genau unter der Tafel schauen. Ich nahm mir das zu Herzen und schaute dort unten, wo ganz viele Spinnennetze waren, nochmals genauer rein. Da war auch dieses Stromdingsbums. Am Viereckigen Teil wollte ich gerade mal rütteln als ich tierisch erschrack ab einem grossen Käfer. Beim zweiten Blick stellte ich fest dass dieser Käfer wohl nicht echt sein könne. Ich rief Pfusi her, ich hätte wohl den Cache gefunden aber er solle ihn raus nehmen (man weiss ja nie ob der Käfer wirklich nicht echt ist oder ob es eine Sorte gibt in Kalifornien die Kunstkäfern ähnlich sieht). Auf jeden Fall hat Pfusi dann den Käfer raus gezogen und es stellte sich heraus dass er auf einem Nano montiert ist.


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